Gemeinschaftsarbeit
Nun ist auch die letzte Gemeinschaftsarbeit für die Gartenfreunde der Parzellen 28 bis 43 Geschichte – und wie immer gab es neben Arbeit auch einiges zu erzählen.
Pünktlich zum Arbeitsbeginn fanden sich immerhin 10 Gartenfreunde ein. Darunter gleich drei neue Gesichter, die zum ersten Mal bei der Gemeinschaftsarbeit dabei waren. Einer davon war Gregor. Kaum angekommen, stellte sich für ihn allerdings zunächst eine ganz wichtige Frage:
„Wo kann ich eigentlich meine Tasche hinstellen?“
Eine durchaus berechtigte Frage, denn schließlich muss man bei einer so anstrengenden Arbeit ja wissen, wo das persönliche Hab und Gut sicher verwahrt wird. Kurz darauf kam jedoch die nächste Erkenntnis: Ein Handtuch wäre nicht schlecht gewesen! Schließlich musste ja schon einmal vorsorglich der beste Platz für den späteren Erholungseinsatz auf einem Stuhl gesichert werden. Man kann ja nie wissen, wie anstrengend so ein Vormittag werden kann!
Während Gregor also noch mit der Logistik seiner persönlichen Ausrüstung beschäftigt war, hatten die anderen bereits die ersten Aufgaben in Angriff genommen.
Vor dem Vereinsheim wurde ein Beet in Form gebracht und die Sträucher ordentlich zurückgeschnitten. Gleichzeitig ging es an die große Hecke, die unsere Gartenanlage begrenzt. Auch hier wurde kräftig geschnitten. Das anfallende Grün wanderte anschließend zum Geräteschuppen, wo es gleich durch den Häcksler geschickt wurde.

Damit war also nicht nur geschnitten, sondern auch gleich für Ordnung gesorgt – Gemeinschaftsarbeit eben: schneiden, schleppen, häckseln und zwischendurch so tun, als wäre man noch völlig frisch.

Allerdings hätten es ruhig ein paar Hände mehr sein dürfen.
Ein Gartenfreund meldete sich bereits früh morgens gegen 6 Uhr und erklärte, dass sein Wagen nicht anspringen wolle. Da er noch in Düsseldorf saß und auf den ADAC wartete, war die Aussicht, rechtzeitig zum Arbeitseinsatz zu erscheinen, eher gering. Wir hoffen natürlich, dass der Wagen inzwischen wieder läuft – der Gartenfreund hat jedenfalls alles versucht.
Ein anderer Gartenfreund hatte dagegen offenbar ein ganz anderes Problem:
Er hatte schlicht vergessen, dass Gemeinschaftsarbeit war.
Das ist natürlich auch eine Möglichkeit, seine Arbeitsstunden zu reduzieren – allerdings eine, die wir nicht unbedingt zur Nachahmung empfehlen können.
Zwischendurch wurde sich bei Kaffee und belegten Brötchen ordentlich gestärkt. Denn auch das gehört zur Gemeinschaftsarbeit: Erst wird gemeinsam gearbeitet, dann gemeinsam gegessen – und plötzlich ist der Vormittag gar nicht mehr so anstrengend.
So wurde auch der letzte Arbeitseinsatz für die Gärten 28 bis 43 erfolgreich beendet. Die Anlage sieht wieder ein gutes Stück ordentlicher aus, die Hecke ist geschnitten, das Schnittgut ist gehäckselt und das Beet vor dem Vereinsheim kann sich wieder sehen lassen.
Und Gregor?
Wir gehen davon aus, dass er beim nächsten Mal mit Tasche UND Handtuch erscheint.
Denn man weiß ja nie, wie anstrengend Gemeinschaftsarbeit werden kann!
Die nächste und somit letzte Gemeinschaftsarbeit für die Gärten 1 – 27
findet am Samstag den 17.10.2026 statt.
Beginn ist dann, wegen der Dunkelheit, erst um 8:00 Uhr, und endet um 13:00 Uhr.
Schlichten statt streiten – unser Vorsitzender Michael Seuberth im Gespräch mit der RGA.
Dass es in einem Kleingartenverein nicht immer nur um Tomaten, Blumen und Sonnenschein geht, zeigt dieser interessante Bericht. Unser Vereinsgelände wirkt zwar friedlich, doch auch bei uns können Hecken, Bienen, Kinderlärm oder die eine oder andere Feier schon einmal für Gesprächsstoff sorgen. Wie solche Konflikte gelöst werden können und welche Rolle dabei der Schlichtungsausschuss spielt, erzählt Michael Seuberth im Gespräch mit der RGA.

Zoff im Kleingartenverein: So wird in Remscheid geschlichtet
Beim Kleingartenverein Remscheid Reinshagen scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Recht abgelegen, ohne auffällige Beschilderung und nur von einer kleinen Siedlung aus erreichbar, liegen die 43 Parzellen mitten im Grünen. Von Verkehrslärm keine Spur. Hier stören höchstens mal zwitschernde Vögel. Es sei denn, es kommt zum Streit zwischen Parzellennachbarn.
Denn dann können Konflikte im schlimmsten Fall vor Gericht landen, weiß Vorstandsvorsitzender Michael Seuberth. Damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es einen offiziellen Schlichtungsausschuss. Ihm gehören Kleingärtner verschiedener Remscheider Vereine an. Aus Reinshagen, Lennep, Kimenau und Trecknase.
Diese kuriosen Fälle hat Seuberth bisher erlebt
Seuberth ist seit 2019 im Schlichtungsausschuss. „Bisher war es sehr ruhig“, betont der 69-Jährige und fügt direkt hinzu: „Ich hoffe, das bleibt auch so.“ An die wenigen Fälle, die er bisher miterlebt hat, erinnert er sich dennoch gut. „Bei meiner ersten Schlichtung sollten zwei Parzelleneigentümer jeweils 100 Euro zahlen, weil sie bei der Mitgliederversammlung gefehlt hatten“, berichtet Seuberth. Auf diese Strafe hätten sich zuvor alle geeinigt – auch die beiden Betroffenen. Doch als sie zur Kasse gebeten wurden, weigerten sie sich auf einmal. „Ein paar Nörgler hat man immer dabei.“
„Wir gehen dann zunächst ins Gespräch mit allen Beteiligten“, sagt Seuberth. Anschließend werde nach einer Lösung gesucht, mit der alle Seiten einverstanden sind. In diesem Fall wurde der Betrag auf vier Raten aufgeteilt.
Wenn sich Kleingärtner zu wenig um ihren Garten kümmern, kann es ebenfalls zum Streit kommen. In einem anderen Fall ging es um Beschwerden über eine Bienenzucht in einer Parzelle. Und auch in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender wurde Michael Seuberth schon mehrfach kontaktiert. Wegen lautem Kindergeschrei beispielsweise. Oder weil man der Meinung war, der Nachbar würde seine Parzelle nicht genug pflegen.
Die Klassiker sind aber auch immer wieder dabei: Beschwerden über überhängende Hecken oder Grünschnitt, der auf dem Nachbargrundstück landet und nicht entfernt wird.
„Ich appelliere immer an beide Seiten, das direkte Gespräch mit dem Nachbarn zu suchen“, erklärt Seuberth. Wenn das nicht funktioniert, wird zunächst der Vorstand eingeschaltet, der Kreisverband und dann der Schlichtungsausschuss.
Zwischen Feiern und Rücksichtnahme
Dabei sei die Gemeinschaft im Kleingartenverein früher deutlich größer gewesen, meint Seuberth. Sie habe stärker im Mittelpunkt gestanden. Die Alteingesessenen hätten oft beisammengesessen, sich ausgetauscht und mehr Rücksicht aufeinander genommen. Das habe sich teilweise verändert. Mittlerweile nutzten viele Jüngere ihre Parzellen eher zum Feiern oder zum Ausruhen – und blieben dabei stärker für sich. Dabei betont Michael Seuberth: „Natürlich darf man in seinem Kleingarten feiern. Aber eben nicht ständig.“ Und vor allem nur zu angemessenen Zeiten. Die Mittagsruhe müsse beispielsweise eingehalten werden, auch für die Abendstunden gebe es bestimmte Richtlinien. „Es kommt auf ein gesundes Mittelmaß an“, sagt Seuberth. Gleichzeitig weiß er: „Ein paar Nörgler hat man immer dabei.“ Ihnen begegne er am liebsten mit Humor.
Pächter kommen sogar von außerhalb
So konnte der Remscheider größere Streitigkeiten bislang immer vermeiden. Möglicherweise ist das einer der Gründe, warum die Parzellen in Reinshagen so beliebt sind. Einige Kleingartenbesitzer kommen sogar von außerhalb nach Remscheid – etwa aus Köln, Düsseldorf oder Leverkusen. Und um eine neue Parzelle anzumieten, gibt es derzeit sogar eine Warteliste.
Die letzte Fachberatung des Jahres
Zur letzten Fachberatung in diesem Jahr hatte der Kreisverband noch einmal ein durchaus schattiges Thema auf den Plan gesetzt: „Mein Garten ist zu schattig – was kann ich eigentlich pflanzen?“
Denn nicht jeder Kleingärtner hat das Glück, den ganzen Tag von der Sonne verwöhnt zu werden. Mancher Garten liegt eben eher im Schatten – sei es durch Bäume, Hecken, Gebäude oder einfach durch die Laune der Natur. Doch auch dort muss man keineswegs auf Blütenpracht verzichten.
Referentin und Gartenmeisterin Anja Berger hatte dazu eine umfangreiche Liste zusammengestellt und zeigte anhand zahlreicher Fotos, welche Pflanzen sich für schattige oder halbschattige Standorte eignen. Dabei ging es um Pflanzen, die lange und schön blühen, immergrün sind oder jedes Jahr zuverlässig wiederkommen.

Aber auch die Frage, welche Pflanzen sich miteinander vertragen und welche sich besser aus dem Weg gehen sollten, wurde ausführlich erklärt. Schließlich soll im Garten ja nicht schon nach kurzer Zeit ein botanischer Kleinkrieg ausbrechen.
Aus unserer Kleingartenanlage waren diesmal allerdings nur Uschi, Dieter, Tina, Rita und Mike vertreten. Offenbar haben die anderen Gartenfreunde ausschließlich Sonnengärten – oder sie wollten einfach nicht zugeben, dass auch bei ihnen irgendwo ein schattiges Plätzchen existiert. ☀️
Nach rund eineinhalb Stunden war Anja mit ihrem interessanten Vortrag am Ende. Der Kreisverband bedankte sich bei ihr für die informative Fachberatung und natürlich auch bei den anwesenden Kleingärtnern für ihr Interesse.
Und weil Lernen bekanntlich durstig macht, gab es zum Abschluss noch eine erfreuliche Nachricht: Der Kreisverband übernahm die Rechnung für die Getränke.
Damit ging die letzte Fachberatung des Jahres gemütlich zu Ende – und vielleicht wächst im nächsten Frühjahr ja auch im einen oder anderen schattigen Garteneck etwas, das bisher dort völlig undenkbar schien.
Oktoberfest im Bornstal
Während in München das Oktoberfest seine Pforten öffnete, hieß es auch bei uns im beschaulichen Bornstal: Dirndl an, Lederhose raus und auf zur Wiesn!
Na gut, ganz so groß wie in München wurde es dann doch nicht – aber dafür war unser Oktoberfest mindestens genauso gemütlich!
Einen Festumzug durch die Anlage konnten wir dieses Jahr leider nicht auf die Beine stellen. Der Grund war schnell gefunden: Das Interesse unserer Mitglieder hielt sich doch sehr in Grenzen. Gerade einmal 33 Feierfreudige aus neun Gärten fanden den Weg ins Vereinsheim. Da stellte sich natürlich die Frage: Wo waren denn die anderen Gartenfreunde? Vermutlich noch auf der Suche nach dem passenden Dirndl, der richtigen Lederhose – oder sie hatten einfach Angst, dass Tim sie zum Mitmachen bei seinen Spielen verdonnert.


Dabei hätte unser Organisator Tim für seinen Einsatz bei der Planung und Durchführung wirklich deutlich mehr Zuspruch verdient gehabt. Er hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und ein tolles Fest auf die Beine gestellt. Und die, die gekommen waren, sollten ihr Kommen nicht bereuen!



Für das leibliche Wohl war natürlich bestens gesorgt. Traditionell gab es Leberkäse und Hühnerbrust, dazu Rotkohl und leckere Bratkartoffeln. Käse, verschiedene Wurstsorten und natürlich Brezeln rundeten das bayerische Buffet ab. Da blieb garantiert niemand hungrig – und wer doch noch Hunger hatte, war vermutlich einfach zu schüchtern, noch einmal nachzunehmen. ?

Nach dem Essen übernahm Tim das Kommando und führte mit zahlreichen lustigen Spielen durch den Abend. Dabei konnte jeder zeigen, was in ihm steckt. Besonders schön: Der Gewinner eines jeden Spiels durfte sich seinen Preis direkt an der Theke in Form eines Getränks abholen. Ein Gewinnsystem, das bei unseren Gartenfreunden offensichtlich bestens funktionierte!

So wurde viel gelacht, angefeuert und natürlich auch das eine oder andere Getränk zu sich genommen. Die Stimmung wurde von Stunde zu Stunde besser und gegen Mitternacht war dann auch die Tanzfläche ordentlich gefüllt. Da wurde getanzt, gelacht und gefeiert, als hätten wir die Münchner Wiesn kurzerhand ins Bornstal verlegt.
Und wie es sich für ein richtig gutes Oktoberfest gehört, wollte am Ende natürlich niemand nach Hause. Erst gegen 2:00 Uhr verließ der letzte Feierfreund das Vereinsheim. Ein deutlicher Beweis dafür, dass die 33 Anwesenden durchaus wussten, wie man ein Oktoberfest ordentlich feiert!
Unser Fazit:
Auch wenn die Teilnehmerzahl in diesem Jahr leider überschaubar war, hatten die Anwesenden einen rundum gelungenen und vor allem sehr geselligen Abend. Vielleicht schaffen wir es im nächsten Jahr ja, nicht nur die Dirndl und Lederhosen, sondern auch noch ein paar mehr Gartenfreunde aus ihren Lauben zu locken!
Ein ganz besonderer Dank geht an Tim, der mit viel Arbeit, Planung und Engagement dafür gesorgt hat, dass unser Oktoberfest überhaupt stattfinden konnte. Und natürlich auch ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, die beim Aufbau, bei der Vorbereitung, während des Festes und beim anschließenden Aufräumen mit angepackt haben.
Ohne euch wäre so ein Fest nicht möglich!